Verhaltens-Leitlinien Potsdamer Tanztage

Die fabrik Potsdam ist ein Ort für zeitgenössischen Tanz, künstlerische Forschung und Begegnung. Wir verbinden künstlerische Praxis mit lokalem Austausch, internationalen Perspektiven und gemeinschaftlichem Lernen. Unser Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Tanzkulturen und Lebensrealitäten aufeinandertreffen und in denen Offenheit, Neugier, Respekt und gegenseitige Unterstützung gelebt werden.

In den Studios, auf Bühnen und in öffentlichen Räumen kommen Künstler*innen, Mitarbeiter*innen, Partner*innen und Besucher*innen zusammen, um zu erleben, zu reflektieren, zu diskutieren und Zeit miteinander zu verbringen. Unterschiedliche Standpunkte und Meinungsverschiedenheiten werden verstanden als Teil eines offenen, demokratischen Miteinanders. Dabei tragen wir gemeinsam Verantwortung dafür, wie wir einander begegnen.

Wir möchten eine Umgebung schaffen, in der sich alle willkommen, respektiert und sicher fühlen. Ein diskriminierungsfreier Raum ist für uns ein Ziel, dem wir uns annähern. Wir arbeiten daran, unsere Räume möglichst sicher und zugänglich für alle zu gestalten.

Uns ist bewusst, dass Menschen aufgrund von Zugangsmöglichkeiten, gesellschaftlicher Sichtbarkeit, Sicherheit und Teilhabevoraussetzungen unterschiedliche Erfahrungen mitbringen. Diese Ungleichheiten erkennen wir an und setzen uns aktiv für mehr Gerechtigkeit und diskriminierungssensibles Arbeiten ein.

Die fabrik Potsdam duldet kein diskriminierendes, übergriffiges oder entwürdigendes Verhalten. Dazu zählen insbesondere Belästigung, Grenzverletzungen, Gewalt und Machtmissbrauch – sowohl vor Ort als auch im digitalen Raum.

Diskriminierung umfasst jede Form der Benachteiligung oder Abwertung, insbesondere aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, Alter, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung.

Ebenso wenig tolerieren wir Benachteiligungen gegenüber Personen, die diskriminierendes Verhalten oder Machtmissbrauch ansprechen oder melden.

Alle Beteiligten – Künstler*innen, Mitarbeiter*innen, Partner*innen, Publikum sowie alle vertraglich verbundenen Personen – erkennen diesen Verhaltenskodex an und verpflichten sich, ihn bei allen Aktivitäten der fabrik Potsdam einzuhalten.

Umgang mit Vorfällen

Wir verfolgen einen konsequent betroffenenzentrierten Ansatz. Das bedeutet, dass Betroffenen geglaubt wird und ihre Darstellungen ernst genommen werden. In Absprache mit ihnen werden Maßnahmen getroffen, die darauf abzielen, weiteren Schaden für sie und andere zu verhindern, ohne sie zusätzlich zu belasten.

Die Organisation der fabrik übernimmt Verantwortung für den Umgang mit diskriminierenden, übergriffigen oder entwürdigenden Vorfällen. Sie sorgt für transparente und nachvollziehbare Prozesse sowie klare Zuständigkeiten.

Im Umgang mit tatausübenden Personen prüfen wir situationsabhängig geeignete Maßnahmen. Diese reichen von klärenden Gesprächen und Auflagen über die Zusammenarbeit mit externen fachlichen Stellen (z. B. für transformative Täterarbeit) bis hin zu Ausschlüssen oder Hausverboten. Ziel ist es, weitere Grenzverletzungen zu verhindern, Verantwortung einzufordern und – wo möglich – Veränderungsprozesse anzustoßen.

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